Montagsspalte 12.01.2026 – Zwischen Sparzwang und Verantwortung

Zunächst einmal möchte ich Ihnen ein gutes neues Jahr wünschen – vor allem Gesundheit, Zuversicht und Kraft für das, was vor uns liegt. Diese Wünsche sind in Zeiten wie diesen alles andere als Floskeln. Das Jahr 2026 steht erneut im Zeichen großer finanzieller Herausforderungen für unseren Landkreis. Positiv ist: Die Haushaltskonsolidierung zeigt Wirkung. 
Die Geschäftsführung der KLF erzielt Ergebnisse und trägt dazu bei, unsere finanzielle Schieflage schrittweise zu verbessern. Auch der im Haushaltsplan vorgesehene unveränderte Hebesatz der Kreisumlage von 41,7 Prozent ist ein wichtiges Signal an die Städte und Gemeinden.
Durch die gestiegene Steuerkraft können wir dennoch mit Mehreinnahmen von fast zehn Millionen Euro rechnen. Diese verbessern unsere Lage, schließen das bestehende finanzielle Loch jedoch bei Weitem nicht. Sparen darf deshalb kein Selbstzweck werden.

Unser schöner Landkreis darf nicht kaputtgespart werden. Gerade bei der Unterhaltung unserer Infrastruktur dürfen wir Maßnahmen nicht endlos hinauszögern – denn was heute eingespart wird, zahlen wir morgen oft doppelt. Der mit Abstand größte Posten im Kreishaushalt bleibt der Sozialetat. Der Nettoressourcenbedarf steigt weiter: weil der Bedarf wächst, weil Personalkosten steigen und weil immer mehr Pflichtaufgaben hinzukommen – etwa in der Kinder- und Jugendhilfe oder bei der Hilfe zur Pflege. Umso schwerer wiegt es, dass Beförderungen von Beamtinnen und Beamten in der Zuständigkeit des Kreistags weiterhin aufgeschoben werden müssen.

In den Kreistags- und Gemeinderatssitzungen werden derzeit Entscheidungen getroffen, die niemand leichtfertig fällt. Bei der KLF werden sämtliche Sparmaßnahmen ausgeschöpft. Gleichzeitig muss klar sein: Die im Oktober abgelehnte Schließung der geriatrischen Reha in Horb – eine Entscheidung, die ich ausdrücklich begrüße – ist mit finanziellen Auswirkungen verbunden, die uns weiterhin begleiten. Besonders nachdenklich stimmt mich die Situation der Familien. Dass Eltern in Horb in Einzelfällen mit Kita-Gebührenerhöhungen von bis zu 25 Prozent konfrontiert sind, ist schwer nachvollziehbar. Wenn Eltern ernsthaft überlegen müssen, ob sie sich frühkindliche Bildung noch leisten können, läuft etwas grundlegend falsch. Auch 2026 wird also ein Jahr voller Herausforderungen sein. Doch gerade deshalb dürfen wir die Hoffnung nicht verlieren. Mit Sachlichkeit, Mut und Zuversicht müssen wir entscheiden – für einen Landkreis, der auch in schwierigen Zeiten lebenswert bleibt.

Anna-Lena Asprion, Kreisrätin

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