BA Grüne Freudenstadt

Unsere gemeinsame Liste steht und freut sich auf neue Herausforderungen!

Hier sind unsere gemeinsamen Ziele mit der Bürgeraktion (BA) Freudenstadt:

  • Weiterentwicklung Freudenstadts im Sinne einer nachhaltigen Wirtschaft
  • Sicherung und Stärkung des Bildungsstandortes FDS
  • kulturelle Vielfalt
  • klare Kante gegen Extremisten jedweder Farbe
  • Jugendbeteiligung
  • Generationengerechtigkeit
  • klimagerechte Energieversorgung, Mobilität und Bauwirtschaft
  • soziale Fairness
  • einen hohen Freizeitwert für Einwohner und Gäste
  • Im Übrigen: eine lebenswerte Stadt für Alle!

Die ausführliche Version samt den Kandidat:innen ist hier unserem gemeinsamen Flyer zu entnehmen.

Hier gibt es unseren Flyer als PDF/Download!

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Hier die aktuelle Haushaltsrede der Fraktion:

BA Grüne
Fraktion im Gemeinderat Stadt Freudenstadt,
Freudenstadt, 03.03.2026

Sehr geehrter Zuhörende,

„Der Topf ist leer, der Kopf noch voll.“
Das ist kein Küchenunfall. Das ist unser Haushaltsjahr 2026.
Der Topf ist leer. Das sehen wir alle. Die Spielräume sind eng, die Pflichtaufgaben wachsen, die Weltlage ist angespannt und die Erwartungen an unsere Kommune sind hoch wie der Mount Everest und manchmal genauso steil.
Aber: Unser Kopf ist noch voll.
Voll mit Verantwortung. Voll mit Haltung. Voll mit Ideen. Voll mit einem klaren Bekenntnis zu unserer Stadt Freudenstadt.
Und genau darum geht es uns BA GRÜNEN in unseren diesjährigen Anträgen zum Haushalt. Kommen wir direkt zu unserem ersten Antrag.


Feuerwehr und Überlandhilfe bedeutet Verantwortung zu teilen.
Wenn es brennt, fragt niemand nach Zuständigkeiten. Dann zählt jede Minute. Unsere Freiwillige Feuerwehr leistet Herausragendes in Freudenstadt und darüber hinaus.
Wir sind stolz auf diese Einsatzbereitschaft. Aber: Solidarität darf keine Einbahnstraße sein.
Unsere Sonderfahrzeuge – etwa die Drehleiter – sind regelmäßig auch in Nachbarkommunen im Einsatz. Die dadurch anfallenden Personalkosten sind geregelt. Doch wir wissen alle: Eine Drehleiter wartet sich nicht von allein, sie prüft sich nicht selbst und Ersatzteile wachsen nicht auf Bäumen – auch nicht bei uns im Schwarzwald. Auf den Wartungs- und Instandhaltungskosten bleibt die Stadt Freudenstadt nach unserem Kenntnisstand derzeit allein sitzen.
Und wir reden hier nicht über kleine Beträge. Wir reden über sicherheitsrelevante Prüfungen, steigende technische Anforderungen und teure Ersatzteile.
Freudenstadt übernimmt faktisch eine Stützpunktfunktion im interkommunalen Brandschutz. Das ist wichtig und das ist richtig. Aber es muss in Zusammenarbeit mit den beteiligten Kommunen fair und gemeinsam finanziert sein.
Unser Antrag ist keine Abkehr von der wichtigen und gelebten Kooperation. Es ist ihre Weiterentwicklung und ein Vorschlag, diese Kooperation zukunftsfähig zu machen. Transparent, solidarisch und nachhaltig.
Denn: Der Topf ist leer, aber unser Kopf sagt: Die finanziellen Lasten müssen gerecht verteilt werden.


Straßenbeleuchtung mit Maß weiterentwickeln.
Freudenstadt leuchtet und das ist gut so. Sicherheit im öffentlichen Raum ist keine Nebensache, aber die Frage ist: Muss es immer Tag sein, wenn es Nacht ist?
Die Straßenbeleuchtung ist ein relevanter Posten im Haushalt – finanziell und ökologisch. In den vergangenen Jahren hat die Stadt Freudenstadt viel in LED-Technik investiert. Das war richtig und vorausschauend.
Jetzt geht es um die nächsten Schritte.
Wir möchten einen transparenten Überblick über Stromverbrauch, Kostenentwicklung, CO₂-Relevanz und den Stand der Steuerungssysteme.
Gleichzeitig wollen wir prüfen, ob zusätzliche Einsparungen möglich sind, z.B. durch eine weitere Reduzierung der Einschaltdauer um zwei bis drei Stunden, durch Halbschaltungen oder durch intelligente Dimmkonzepte.
Es geht nicht darum, Freudenstadt ins Dunkel zu stürzen. Es geht darum, noch bedarfsgerechter und effizienter zu beleuchten.
Und ganz nebenbei: Weniger Lichtverschmutzung bedeutet mehr Schutz für Insekten, mehr Biodiversität und wieder sichtbare Sterne über unserem Marktplatz.
Denn: Der Topf ist leer und unser Kopf sagt: Wir lassen das Licht nur dort brennen, wo es wirklich gebraucht wird.

Digitale Souveränität durch Open Source.
Digitale Souveränität ist kein abstraktes Schlagwort. Sie betrifft ganz konkret unsere Verwaltung und unsere Daten.
Wir sprechen viel über Datenschutz und Unabhängigkeit. Gleichzeitig arbeiten wir mit proprietärer Software wie z.B. Microsoft. So sind wir von US-Konzernen abhängig und zahlen Jahr für Jahr hohe Lizenzgebühren.
Doch es geht auch anders. So nutzen z.B. die Stadtverwaltung von Schwäbisch Hall oder das Land Schleswig-Holstein Open Source Produkte. Auch unser Kepler-Gymnasium arbeitet seit Jahren erfolgreich mit Linux und LibreOffice.
Unser Antrag verlangt keinen Schnellschuss. Er verlangt eine Prüfung. Wo können wir Kosten sparen? Wo können wir unabhängiger werden? Wo können wir mehr Kontrolle über unsere eigenen Daten gewinnen?
Gerade wenn die Haushaltslage und die Weltlage angespannt sind, sollten wir US-dominierte Dauerlizenzmodelle kritisch hinterfragen.
Denn: Der Topf ist leer, aber unser Kopf ist voll mit digitalen Alternativen.


Bürokratie abbauen: Regelungsbefreiungsgesetz.
Wir klagen oft über die deutsche Bürokratie. Unsere Landesregierung hat mit dem Regelungsbefreiungsgesetz ein neues Instrument geschaffen, um unnötige Bürokratie gezielt abzubauen. Das neue Gesetz erlaubt Kommunen, auf Antrag von landesrechtlichen Vorgaben abzuweichen.
Gerade in Kindergärten und Schulen ist der Dokumentations- und Verwaltungsaufwand enorm gestiegen. Pädagogische Fachkräfte sollen unsere Kinder fördern, begleiten und bilden.
Stattdessen müssen sie oft genug seitenweise Formulare und Statistiken ausfüllen.
Wir wollen also von unserer Verwaltung wissen:
Wo drückt der bürokratische Schuh?
Wo können Verfahren vereinfacht werden?
Wo binden Vorschriften Ressourcen, die wir dringender für die eigentlichen Aufgaben brauchen?
Bürokratieabbau ist kein Angriff auf Standards. Er ist ein Ausdruck von Vertrauen in unsere kommunale Kompetenz und den Erhalt unserer Handlungsfähigkeit als Kommune. Freudenstadt sollte die vom Land eröffneten Spielräume aktiv nutzen, um Verwaltung einfacher, praxistauglicher und bürgernäher zu gestalten.
Der Topf ist leer und der Kopf oft voll mit Bürokratie. Wer die neu geschaffenen Spielräume nicht nutzt, verschenkt Geld!

Verantwortungsvoll feiern: Auch ohne Feuerwerk.
Das Silvesterfeuerwerk ist für viele Menschen Tradition. Aber wir müssen uns ehrlich fragen: Passt unreguliertes Feuerwerk noch in unsere Zeit – ökologisch, sicherheitstechnisch und kulturell?
Berichte über Raketen in Richtung unserer Stadtkirche beim vergangenen Silvesterfeuerwerk haben viele Bürgerinnen und Bürger bewegt. In unserer Stadt mit denkmalgeschützter Altstadt und eigener Brandgeschichte tragen wir besondere Verantwortung.
Wir fordern vorerst kein pauschales Feuerwerksverbot. Wir fordern eine Prüfung:
Wo sind zusätzliche Schutzbereichesinnvoll, etwa in Waldnähe oder in der denkmalgeschützten Altstadt? Wie lässt sich das Silvesterfeuerwerk zeitlich noch weiter einschränken?
Außerdem beantragen wir, dass die Stadt Freudenstadt in Zukunft keine Ausnahmegenehmigungen mehr für privates Feuerwerk unter dem Jahr erteilt.
Andere Länder, wie die Niederlande, haben bereits ein landesweites Verbot von privaten Feuerwerken für 2026 entschieden. Auch in Deutschland spricht sich laut einer aktuellen Forsa-Umfrage die Mehrheit für ein Verbot von privatem Feuerwerk aus. Weiterhin haben mehrere Gemeinden im Landkreis, u.a. Wörnersberg und Baiersbronn, bereits die Antragsmöglichkeit auf privates Feuerwerk unter dem Jahr vollständig abgeschafft.
Hier bei uns in Freudenstadt haben wir auch schon gezeigt, dass Alternativen funktionieren: Beim Stadtfest vermisst heute kaum jemand das frühere Feuerwerk.
Auch für Silvester könnte ein modernes und kreatives Konzept eine sichere, gemeinschaftsstiftende und umweltverträglichere Alternative darstellen, etwa durch künstlerische Fassadenbeleuchtungen, Lichtinstallationen, Videoprojektionen, Open-Air-Kino oder Konzerte.
Solche Formate stärken das Image Freudenstadts als innovative und nachhaltige Stadt. Der Topf ist leer und der Kopf voll mit kreativen Zukunftsideen.

Zum Abschluss ein bisschen Zukunftsmusik.
Leise laut sein: Musik über Kopfhörer statt über Lautsprecher. Wie wäre es mit einer Freudenstädter Silent Disco? Einer Kopfhörerparty in unserer Happy Town?
Es wird getanzt, gefeiert und mitgesungen – zu der Musik, die einem gefällt.
Draußen hört man keine wummernden Bässe, dafür aber vielleicht das leise Schmunzeln der Anwohner.
Silent Disco ist kein Gag. Es ist ein zeitgemäßes Veranstaltungsformat, das ein modernes Kulturangebot mit Rücksichtnahme auf Anwohner und Umwelt verbindet. Die Einbindung mehrerer Musikkanäle, lokaler DJs und unseren Jugendlichen schafft Identifikation und Vielfalt.
Als Locations bieten sich z.B. die Forbachgärten oder der Marktplatz an, vielleicht zunächst als Testlauf beim Stadtfest.
Freudenstadt darf jung sein. Freudenstadt darf kreativ sein. Und Freudenstadt darf zeigen, dass Innovation nicht laut sein muss, um Wirkung zu entfalten.
Der Topf ist leer, aber der Kopf tanzt noch.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
dieser Haushalt ist kein leichter Haushalt. Er verlangt Prioritäten, Ehrlichkeit und Maß, aber er verlangt auch Mut.
Mut, Finanzen fair zu regeln. Mut, Energie klug zu sparen.
Mut, digital unabhängiger zu werden. Mut, Bürokratie zu vereinfachen.
Mut, Silvestertraditionen weiterzuentwickeln.
Mut, neue Formate auszuprobieren.
Wir BA GRÜNE stehen mit unseren Anträgen für Besonnenheit, Verantwortung und Zukunftsorientierung. Mit einem klaren Bekenntnis und einer klaren Haltung zu unserer Freudenstadt.
Wir können mit klugen Ideen Strukturen verbessern, Kosten gerechter verteilen und neue Impulse setzen. Wir können Maß halten und zugleich gestalten.
Der Topf ist leer, aber solange unser Kopf voller Ideen bleibt, wollen wir uns um die Zukunft dieser Stadt keine Sorgen machen.
Vielen Dank.

Elisabeth Gebele