Unser Krankenhaus, was für ein Glück, dass wir es haben! Was für ein Glück, dass die Vorsorgeplanung soweit ist, dass mit großer Hilfe des Landes der Teilneubau bereits realisiert wird. Was für ein Glück, dass wir auf die Verfechter der reinen Marktwirtschaft, die Wasserwerke und Krankenhäuser am liebsten privatisieren möchten, nicht gehört haben.
Danke allen, die jetzt in Arztpraxen, sozialen Diensten, Krankenhäusern und an anderen Orten ihren Dienst tun! Gesundheit ist ein hohes Gut und erfordert ein solidarisch und verlässlich finanziertes Gesundheitswesen. Es ist bislang weder gerecht noch stabil finanziert. Oft ein bloßer Reparaturbetrieb, bei dem die Sicht der Patientinnen und Patienten häufig vernachlässigt wird. Viel zu oft fallen die Interessen von Pflegekräften und anderen Gesundheitsberufen unter den Tisch. Statt dessen verhindert zu viel Bürokratie die Zuwendung zu den Kranken. Wir Grüne stehen für ein verlässliches und solidarisch finanziertes Gesundheitswesen und wollen mehr Gesundheitsförderung und Prävention. Wir wollen eine stärkere Rolle der Patientinnen und Patienten, damit aus der reinen Krankenversorgung eine echte Gesundheitsversorgung wird. Vor allem ältere Menschen mit chronischen Erkrankungen sind darauf angewiesen, dass Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte und andere Heilberufe Hand in Hand zusammenarbeiten. Eine gut abgestimmte, integrierte Versorgung muss darum zur Regel werden.
Das alles kostet Geld, viel Geld. Unserem Krankenhaus fehlen schon ohne Corona mehr als sechs Millionen Euro im Jahr – wenn es denn reicht. Die Lasten sind ungerecht verteilt. Vereinfacht gesagt, kann man in Deutschland Krankenhäuser ab 650 Betten kostendeckend führen. Freudenstadt hat etwa 350. Kein Wunder, dass der Abmangel ständig steigt. Kein Landrat und Geschäftsführer hat das bisher verhindern können. Im ländlichen Osten gibt es zu Recht Unterstützung vom Bund. Für den Kreis Freudenstadt gilt das nicht, das verstehe, wer will. Denn eine Schließung wegen hoher Kosten ist – nicht nur wegen seiner Insellage zwischen Rhein und Tübingen – völlig undenkbar und von niemandem gewollt. So bleibt der Kreis auf dem Defizit sitzen.
Ein behutsamer Umstieg auf eine solidarisch von allen finanzierte Bürgerversicherung darf kein Tabu sein. Das wäre eine große Chance, auch systembedingte Fehlentwicklungen zu beenden. Bleibt gesund!
Wolf Hoffmann
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