Die Montagsspalte – diesmal vom unserer grünen Kreisrätin Zita Grießhaber
Natürlich bin ich für Demokratie! Ich hätte nie gedacht, dass ich das einmal betonen muss. Ich bin dankbar für eine Staatsform, in der junge und erwachsene Bürger*Innen eingeladen sind, mitzugestalten, auch wenn das nicht immer so passiert, wie es sich Einzelne wünschen und wenn es viel zu verbessern gibt. Demokratie lebt vom freien Gedanken- und Erfahrungsaustausch und von einer Gesprächs– und Diskussionskultur, in der, auch bei Meinungsunterschieden, andere Menschen als gleichwertig angesehen werden. Achtungsvoll bleiben, einander zuhören und verstehen wollen, statt Schlagabtausch, Bedürfnisse und Probleme klar benennen, statt Schuldvorwürfen, Meinungen sachlich begründen, statt Beleidigungen. Ein Bewusstsein für dieses demokratische Verhalten ist in allen Gremien und Gruppierungen nötig.
Unser gemeinsames Ziel muss es sein, den Frieden in der eigenen Umgebung, im eigenen Land zu bewahren! Wir dürfen nicht aufhören, miteinander zu sprechen, persönlich, nicht nur über Medien. Wir müssen wieder neu Vertrauen in andere Menschen wagen, wertschätzen, was gut ist und welche Vorhaben gelungen sind. Konstruktive Kritik und Verbesserungsvorschläge sind unverzichtbar, aber der Versuchung, gleich das ganze System zu verdammen, ist zu widerstehen.
Auch, wenn zum Beispiel das System der Grundsicherung in Deutschland „einem Dschungel gleicht“, wie die Journalistin Jaqueline Westermann am 12. 2. in der Südwestpresse schrieb und, sich auf M. Blömer vom Münchner Ifo Institut berufend, viele Mängel aufzählte, so betonte sie doch zu Beginn ihres Artikels, dass Deutschland eines der besten Sozialsysteme der Welt hat, und sie zitierte Blömer auch mit den Worten: „Jetzt wird mehr über das Bürgergeld diskutiert als über die große Reform des Wohngelds im letzten Jahr. Das war schon eine starke Leistungsverbesserung.“
Viele Menschen, mit denen ich spreche, nicht nur AfD Wähler, haben den Eindruck, es würde ohne oder gar gegen sie regiert. Erinnern wir uns dann an die vielen Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung bei uns im Landkreis, z.B. im Rahmen des Kreisentwicklungsprozesses
Vor allem uns Grünen wird vorgeworfen, wir würden Angst erzeugen und Mensch und Wirtschaft zu viel abverlangen. Dabei wissen wir seit Jahren: Wir haben mehr zu verlieren als „Wohlstand“. Rettet uns mehr Technik? Führt sie nicht zu immer mehr Raubbau, Regenwaldvernichtung für Nickel z.B. für E-Autobatterien? Bleibt als Lösung nur Autoverzicht und Carsharing? Zumindest für mich als Rentnerin? Angesichts solcher Fragen und der in unserer Gesellschaft zunehmenden Angst, bleibt mir, um zur Besinnung zu kommen: Medienfasten und im Wald tief durchatmen
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