Sehr viele Mitglieder waren zur jüngsten Kreisversammlung der Grünen nach Dornstetten gekommen – die frischen Brezeln reichten gerade knapp aus.
Sie hatten die Gelegenheit, die gerade neu gewählte Direktkandidatin für die Bundestagswahl persönlich kennen zu lernen. Thuy Nga Trinh stellte sich kurz vor. „Ich bin mit 18 Jahren aus Hanoi nach Deutschland gekommen, habe in Konstanz Rechtswissenschaften studiert und zunächst im Justiziariat der grünen Landtagsfraktion gearbeitet. Aktuell bin ich beim Landesbeauftragten für Datenschutz beschäftigt. Leider gibt es da derzeit einen negativen Trend. Für mich als Juristin ist das bedauerlich, denn Datenschutz ist ein ureigenes Thema der Grünen“, so Trinh. Auch in der Kommunalpolitik kennt sich die 32-Jährige aus. Sie sitzt im Kreistag in Rottweil, ist dort in verschiedenen Ausschüssen, unter anderem im Verwaltungsrat der Kreissparkasse. Ihre Schwerpunkte sieht Trinh in der nachhaltigen Digitalisierung und in der Mobilität.
Welche Themen die Grünen im Kreis Freudenstadt besonders beschäftigen, wollte Trinh wissen. Da wurde immer wieder das Kreis-Krankenhaus und die daraus resultierende Finanzmisere genannt, die zur Diskussion stehende Kappung der Gäubahn, aber auch Naturschutz und Energie oder ganz allgemein die kommunalen Finanzen.
Michael Fischer informierte Thuy Nga Trinh über das „ÖPNV-Taxi“ im Landkreis Freudenstadt. Aus seiner Sicht ein Erfolgsmodell, der Kreistag habe einstimmig beschlossen, es weiterzuführen, wenn das Land Baden-Württemberg es bezahlt. Albrecht Ortmann fragte die junge Kandidatin, ob es für sie ein Problem darstellt, wenn die Bundestagswahl nun wesentlich früher stattfindet als geplant. „Ich bin Termindruck gewohnt, mit kommt das entgegen“, antwortete Trinh. Sie betonte auch, wie wichtig gerade im Wahlkampf Teamarbeit für sie sei. “Ich brauche Unterstützung, ob beim Inhalt, der Strategie oder der Öffentlichkeitsarbeit“, forderte sie die Anwesenden zur Mitarbeit auf. Gleich ein halbes Dutzend Mitglieder signalisierten sofort ihre Bereitschaft zum Einsatz, auch im Kreis Calw hätten sich schon einige gemeldet.
Zu aktuellen Themen aus der Landes- und Bundespolitik war die 25jährige Sarah Heim, Mitglied des 17-köpfigen Parteirats der Grünen, aus Stuttgart angereist.
Sie sprach unter anderen das Thema Schuldenbremse an, „damit riskieren wir den sozialen Frieden im Sozialstaat“, stellte sie fest. Nach der Bundesdelegiertenkonferenz und der Wahl des neuen Bundesvorstands rechnet Heim mit einem Schub an Vorschlägen zum Bundestagswahlkampf.
Sehr erfreulich – nach dem Bruch der Ampelregierung habe die Partei der Grünen innerhalb einer Woche 5.500 Neueintritte zu verzeichnen, so viele wie noch nie in so kurzer Zeit. „Das trifft auch entsprechend auf unseren Kreis zu“, freute sich die Geschäftsführerin des Kreisverbands mit den Mitgliedern. Und Kreisrätin Elisabeth Gebele hofft, dass bis zur Wahl noch einige wichtige Gesetze verabschiedet werden. Ganz besonders wichtig sei für sie, das Bundesverfassungsgericht zu stärken, so lange die demokratischen Parteien noch über die dafür notwendige Zweidrittelmehrheit im Bundestag verfügen. Mit Berichten aus den kommunalen Gremien wurde der Abend lebhaft und im angeregten Austausch beschlossen.


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