Welche Belohnung verspricht sich die FDP eigentlich dafür, derart störend und verhindernd in die von der Ampel-Koalition vereinbarte Wärmewende einzugreifen? Am unehrlichsten wird die Diskussion, wenn Strom aus Atomenenergie bejubelt und auch für Deutschland wieder gefordert wird.
Es ist richtig, dass Atomstrom in Deutschland zum Schluss nur noch einen 6%-Anteil hatte. Die AKWs haben also in Wirklichkeit keine Rolle mehr gespielt. Zum Glück muss man sagen, denn Atomstrom ist unterdessen der teuerste Strom, wenn man die Urangewinnug, die notwendige Entsorgung und sichere Lagerung der radioaktiven Abfälle und den Rückbau der Meiler – Kosten, die großteils der Steuerzahler zu übernehmen hat – mit in die Rechnung nimmt.
Wenn weiter auf Uran gesetzt wüde, so wie es Herr Dr. Wolf empfiehlt, dann wären die Uranvorkommen in 13 Jahren beendet. Das möchte man sich in Kriegszeiten, die wir leider haben, nicht vorstellen.
Nicht Atomstrom löst die sogenannten Dunkelflauten, sondern eine gute Speichertechnologie. Diese gilt es dringend auszubauen. Für langfristige Speicherung ist es der grüne Wasserstoff, für kurzfristige sind es Batterien. So machen auch Wärmepumpen und Elektroautos Sinn.
Die Grünen sind die Einzigen, die nicht auf eigene Rechnung spielen, sondern die Klimakrise ernst nehmen und eine Umsetzung wagen. Die erste Umsetzung war das erfolgreiche ErneuerbareEnergienGesetz (EEG), jetzt geht es um die Umsetzung des GebäudeEnergieGesetzes (GEG). Wie an dem ersten Gesetz wird auch an dem zweiten verbessert werden müssen und der Spagat von Wirkung und sozialer Verantwortung muss und wird gelingen. Ein Koalitionspartner wie die von der fossilen Industrie abhängige FDP ist dabei leider nicht hilfreich. Die Bürger wollen Planungssicherheit und brauchen sie schnell. Wenn hier jemand drangsaliert, dann sind es die Bremser aus der fossilen Lobby, die eine gewaltige Desinformationsmaschine in Gang setzen und Kampagnen starten wie die gegen das grüngeführte Wirtschaftsministerium.
Aber wir Grüne haben eine positive Erzählung von einer lebenswerten Zukunft. Wir wissen, dass Klimapolitik gelingen kann, wenn die Politik Vorgaben macht. Wir wissen auch, dass es hilfreich ist, sich auf einen Reduktionspfad zu begeben, denn uns läuft die Zeit weg. Ja, wir müssen schrumpfen, wenn wir überleben wollen und gewinnen dadurch vielleicht wieder mehr Lebensqualität. Darüber müssen wir eine ehrliche Diskussion führen.
Für alle Interessierten sei auf einen Vortrag hingewiesen, den die Kreisgrünen am Mittwoch, 28. Juni 2023 in Dornstetten, 19.30 Uhr im Gasthof Engel anbieten. Der grüne Bundestagsabgeordnete Harald Ebener spricht genau zu diesem Thema: „Sicher ist nur das Risiko: Warum Atomkraft keine Lösung ist“
Kristina Sauter
Stadträtin der Offenen Grünen Liste (OGL) Horb
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