Das Freudenstädter Krankenhaus – Kolumne Südwest Presse

Das Freudenstädter Krankenhaus ist unser Krankenhaus. Es ist ein gutes Haus mit hervorragenden Ärzten, Mitarbeitern und medizinischer Ausstattung. Nach 40 Jahren ist bekanntlich eine notwendige Sanierung teurer als ein Teilneubau, beziehungsweise eine Sanierung im Bestand mit negativen Auswirkungen für Mitarbeiter bzw. Patienten behaftet.
Wenn der Kreis und das Land dafür 100 Millionen Euro investieren und der Kreis dabei an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit geht, so geschieht dies zum Wohl der Bevölkerung. Es ist ein Grund zur Freude, ein Grund für Zukunftsoptimismus und ein Grundstein für den Erhalt der Leistungsfähigkeit unseres Kreises.
Wenn man zwei Jahre vorwiegend intern diskutiert und Gutachten betrachtet, darf man sich allerdings nicht wundern, wenn die Bevölkerung Fragen stellt, die intern längst beantwortet sind. Bürgerbeteiligung geht anders. Sie wurde nicht ausreichend genutzt.
Wir Grüne haben stets mehr Transparenz gefordert. Auch wir haben Zweifel an der Haltbarkeit der vorgelegten Kosten, denn in der Regel waren die Verluste der KLF in der Vergangenheit immer deutlich höher als vorher berechnet.
Wir Grüne stehen aber auch zu der Verantwortung des Kreises für die Gesundheitsversorgung unserer Bürger, also zur kommunalen Trägerschaft. Das ist letzlich auch eine Frage demokratischer Strukturen.
Wäre das Krankenhaus privatisiert, dann ist es nicht mehr „unser Haus“. Der Kreis hätte auf Strukturen, die auf Grund der weiten Entfernung zu anderen Häusern unbedingt erhalten werden sollten, keinen Einfluss mehr. Erwähnt sei hier nur die Kinderklinik. Er hätte keinen Einfluss auf Veränderung oder Erweiterung des medizinischen Spektrums, angedacht sei hier nur die Einführung eines Bauchzentrums oder auch einer Neurologischen Klinik, um auf dem „Markt“ bestehen zu können. Privatisierung heißt im übrigen auch radikaler Personalabbau und somit eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen und damit auch eine Verschlechterung der Versorgung der Patienten.
Insgesamt sind wir froh über das „Ja“ zum Teilneubau, was übrigens kein Freifahrtschein ist. Wir brauchen ein neues „Wir-Gefühl“ für unser Haus und dringend mehr Transparenz und Bürgerinformation.

Dr. Lutz Wäckers,
Kreisrat

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